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Überbauung Amag-Areal, Oberkirch

Studienauftrag 2. Rang
Ort: Amag Areal, Luzernstrasse 36, Oberkirch
Auftraggeber: Careal Immobilien AG, Zürich
Nutzung: Wohnfläche 6 230 m², Gewerbe/Dienstleistung 1 140 m²
Jahr: 2013

Überbauung Amag-Areal, Oberkirch

Das Gelände der ehemaligen Garage liegt im Zwischenbereich der beiden Ortskerne von Sursee und Oberkirch an der verbindenden Strassenachse. Der Umraum um die Parzelle ist sehr heterogen ausformuliert. Zweigeschossige Einfamilienhäuser grenzen ohne sich an erkennbaren Regeln zu orientieren an sechsgeschossige Mehrfamilienhäuser. Ein städtebauliches Muster ist im näheren Umfeld nicht zu erkennen. Einzig die zur Luzernstrasse ihn orientierten, aufgereihten Häuser, welche in den 70er und 80er Jahren entstanden sind, bilden eine sichtbar ordnende Struktur. Unsere Projektidee setzt genau hier an.

Das Projekt will Verdichtung pragmatisch sichtbar machen. Drei bis sechsgeschossige Häuser werden zu einer Häuserzeile aneinandergereiht und bilden in ihrer Verschiedenheit ein kompositorisches Ganzes. Mit dem neuen Haus im Oberkircherfeld erhält die Gemeinde an der Nahtstelle zu Sursee einen massvoll gestalteten neuen identitätsbildenden Merkpunkt. Durch das zurückweichen von der Strasse entsteht ein öffentlicher Freiraum. Ein Raum welcher einerseits ein kurzzeitiges Parkieren zulässt und andererseits als Begegnungsort dient. Beides wichtige Funktionen, wenn es darum geht, im Erdgeschoss attraktive und zentrumsbildende Nutzungen zu etablieren. Auf der strassenabgewandten Seite entsteht ein neuer Freiraum. Die grosszügige Ausformulierung und die Nutzungsflexibilität schaffen für die Bewohner des neuen Gebäudes als auch für die umliegende Bevölkerung einen hohen Mehrwert.

Der konsequente Verzicht auf die Realisierung eines Gebäudes in einer zweiten Bautiefe verschafft den Wohnungen die grösstmögliche Weitsicht Richtung Südwesten. Der Bau entwickelt daher auch zwei unterschiedliche Gesichter. Das eine zur Strasse hin repräsentiert selbstbewusst ohne zu überborden die neue Wohnadresse. In Höhe und Distanz zum Strassenraum gestaffelt lassen sich die unterschiedlichen Gebäudetypen von aussen ablesen. Um den gewünschten Ausdruck des Gebäudes zu erreichen, werden gezielt bekannte Elemente und traditionelle Muster älterer Gebäude verwendet, um sie im vorgefundenen Kontext, angereichert mit innovativer Technik, zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen. Der evolutionäre Umgang mit Stilformen und historischen Bezügen schafft bewusst Assoziationen zu bestehenden urbanen Häuserzeilen. Das Haus in seiner Alt-Neuen Ausformulierung und die damit erzielte atmosphärische Wirkung bilden für den Betrachter den Ausgangspunkt für Erinnerung. Erinnerungen welche Menschen helfen, den Zugang zu Veränderungen zu finden und diese für sich einzuordnen, zu akzeptieren und im besten Fall dem neuen Gebäude gegenüber eine hohe Wertschätzung entgegen zu bringen. Die Wertschätzungsbetrachtung spielt nicht zuletzt im Rahmen der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, für das Gebäude eine möglichst lange Lebensdauer zu erzielen.

Überbauung Amag-Areal, Oberkirch
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