Wettbewerb Wohnüberbauung Am Rain, Luzern | GKS Architekten AG
Für die Wohnüberbauung Am Rain in Luzern schlagen wir Ersatzneubauten vor, die sich trotz einer deutlich höheren Dichte durch Massstab und Körnigkeit harmonisch in den ortsbaulichen Kontext einbetten. Die im stadtnahen Quartier der Wohngenossenschaft bereits begonnene Innenverdichtung wird mit einem innovativen Bautypus und einer unverwechselbaren architektonischen Sprache weitergeführt. Hierbei werden die Ideen der Gartenstadtbewegung, die das Quartier seit über einem Jahrhundert prägen, respektvoll aufgegriffen, weiterentwickelt und neu interpretiert.
Dem ortsbaulichen Konzept liegt die räumliche Leseart zugrunde, dass die südliche und nördliche Baureihe einen Binnenraum aufspannen. Dieser Binnenraum wird mit Hofhäusern besetzt, die sich in Nord-Süd-Richtung gekonnt mit der Umgebung verzahnen. Das Bebauungskonzept hält dabei an der bestehenden zweireihigen Anordnung der Wohnhäuser fest. Die Ausrichtung der Gebäudekörper am Strassenverlauf wird durch Staffelung und leichtes Ausdrehen aufgelockert. Die Verbindungsachse wird in eine attraktiven Wegverbindung zwischen üppigen Gärten transformiert, die für den motorisierten Verkehr wenig reizvoll ist. Die für die Gartenstadt charakteristischen, hausnahen Grünflächen bilden das tragende Gerüst der Umgebung und werden durch gezielt angeordnete Flächen ergänzt, welche die nachbarschaftliche Beziehung stärken. Der Hofraum im Süden wird durch die geschickte Platzierung der Gebäude mit gemeinschaftlichen Nutzungen im Sockelbereich belebt.
Volumetrisch erscheinen die viergeschossigen «Verandahäuser» auf der Nordseite als vier Einzelvolumen mit Flachdächern, die dem Geländeverlauf folgen. Sie orientieren sich an der Massstäblichkeit und dem Volumen ihrer Nachbargebäude stadtseitig. Auf der Südseite werden je zwei Gebäude durch eine vorgesetzte laubengangartige Verandaschicht, die auch der Erschliessung dient, zusammengefasst. Die zwischen den Baureihen gesetzten «Hofhäuser» sind mehrheitlich dreigeschossige Baukörper mit Schrägdächern. Runde Treppentürme prägen die Erschliessungsfiguren und markieren die Hauseingänge. Die Wohnhäuser gruppieren sich durch die eigenständige und identitätsstiftende Architektur und integrieren sich unaufgeregt in das Wohnquartier.
Gemeinschaftliche Orte mit multifunktionalen Räumen für die Genossenschafter:innen rahmen die neue Wohnüberbauung Am Rain. Erschliessungs-Plattformen verbinden die Häuserpaare und laden zum Austausch und Zusammenkommen ein. Die geplanten Freiräume sind weitgehend unversiegelt und weisen einen hohen Grünanteil auf. Die Vegetation besteht aus einer Mischung von vielfältigen einheimischen sowie klimaangepassten Bäumen und Sträuchern, die einen hohen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Die raumprägenden Grossbäume sind ein typisches Element im Quartier. Zusätzlich sorgen zahlreiche neue Kleinbäume für Beschattung während Sträucher Lebensräume für Kleintiere bieten. Die Flächen sind wo immer möglich versickerungsfähig gestaltet. Der innovative Holzbau steht für eine nachhaltige Bauweise und bietet eine gesunde Wohnatmosphäre.
Der Projektvorschlag basiert auf den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt und berücksichtigt die SIA-Effizienzpfad-Energie-Zielwerte. Der Beitrag stellt Nachhaltigkeit und ökologische Verträglichkeit in den Vordergrund und bietet gleichzeitig hohen Wohnkomfort für die Bewohner:innen.
Das Projekt von GKS erreichte von 50 eingereichten Projekten die engere Wahl (12 Projekte).
Auftraggeberin: Wohngenossenschaft Geissenstein-EBG, Luzern
Landschaftsarchitektur: freiraumarchitektur gmbh, Luzern
Holzbauingenieur: Holzbaubüro Reusser GmbH, Winterthur