Arealentwicklung Bächliwis, Bachenbülach | GKS Architekten AG
Die für den Ort charakteristische Bautypologie der Quartiererhaltungszone wird mit der Ergänzung von zwei Ost-West ausgerichteten grossen Zeilenbauten weitergeführt. Durch diese logische und selbstverständliche typologische Komplettierung der Siedlungsstruktur im südlichen Teil erfährt die Quartiererhaltungszone eine Klärung und wird in ihrer Form gestärkt. Die beiden Zeilen sind entlang den Strassen situiert, um den Binnenraum möglichst grosszügig werden zu lassen. Der von Norden nach Süden verlaufende Freiraum wird über die Parzellengrenzen hinaus weitergeführt und zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefasst.
Mit der im Süden verlaufenden Länggenstrasse endet die Quartiererhaltungszone. Die beiden Baukörper reagieren auf diesen Abschluss entsprechend ihrer Lage einerseits mit einem Knick und andererseits mit einem zurückgesetzten, sechsgeschossigen Hochpunkt. Die Kröpfung der westlichen Zeile fasst den Hofraum und begleitet die Strasse. Im Zusammenspiel mit der vorgelagerten Platzsituation schafft der Hochpunkt einen prägnanten Quartierauftakt. Damit wird die Logik der baulichen Akzente ganz im Norden der Quartiererhaltungszone auch im Süden angewendet.
Die beiden Baukörper sind städtebaulich präzis gesetzt. In ihrer Länge orientieren sie sich an den Zeilenbauten im Quartier und ordnen sich selbstverständlich in die vorhandene Körnung der Siedlung ein. Die zueinander verschobene Setzung der Wohnhäuser ermöglicht eine diagonale Verbindung durch das Areal. Die beiden Wohnhäuser sind in ihrem architektonischen Ausdruck geprägt von der Konstruktion und der umlaufenden Balkonschicht. Die Logik des konstruktiven Holzbaus gliedert die Fassade primär. Ein besonders zeichnendes Element sind die Doppel-Träger, auf denen die auskragenden Balkonplatten aufliegen. Die allseitig auskragenden Bauteile mit ihren abgerundeten Ecken definieren den äusseren Abschluss. Durch das Zusammenspiel von konstruktiven und bekleidenden Elementen gelingt es, den formal einfachen und relativ grossen Baukörpern eine verspielte Leichtigkeit zu verleihen.
Das vorliegende Konzept basiert massgebend auf zukunftsfähigen Gedanken minimaler Gebäude-Fussabdrücke, einer grossen Anzahl unversiegelter Flächen, einer systemgetrennter Konstruktion, der Nutzung von passiver Energie und dem Wiederverwenden vorhandener Bauelemente und -teile zur Minderung und Speicherung bereits verbauter grauer Energie. Anfallendes Regenwasser wird vor Ort über die Schulter geführt und in den Sickerfähigen Bereichen versickert und verdunstet, was zum Erhalt eines natürlichen Wasserkreislaufes und zu angenehmen mikroklimatischen Verhältnissen führt. Die vielseitig strukturierten Pflanzbereiche mit Wiesen, Pflanzflächen, Strauchpflanzungen, Bäumen und extensiven Dachbegrünungen schaffen ein vielseitiges Habitat für Flora und Fauna.
Arealentwicklung Bächliwis, Bachenbülach
2024, engere Wahl
Auftraggeber: Pensionskasse Vetropack, Bülach
Vertina Anlagestiftung, Baden
Landschaftsarchitektur: Appert Zwahlen Partner, Cham
Holzbauingenieur / Brandschutz: Lauber Ingenieure, Luzern
Visualisierung: Pyxel, Luzern