Studienauftrag Neu-Einbau Hauptsitz Raiffeisenbank, Luzern | GKS Architekten AG

250116_RALU_Visualisierung-aussen 250116_RALU_Visualisierung-aussen
RALU_Bossages RALU_Bossages
Bossen2_Web Bossen2_Web
RALU_Bossen_linear RALU_Bossen_linear
RALU_Modell RALU_Modell
RALU_Fassadenstudie RALU_Fassadenstudie
RALU_Handskizze RALU_Handskizze
RALU_Fassade2 RALU_Fassade2
RALU_Fassade1 RALU_Fassade1
RALU_Schnitt3 RALU_Schnitt3
RALU_Schnitt2 RALU_Schnitt2
RALU_Schnitt1 RALU_Schnitt1
RALU_GrundrissUG RALU_GrundrissUG
RALU_GrundrissEG RALU_GrundrissEG
RALU_Grundrisse-3OG RALU_Grundrisse-3OG
RALU_Grundrisse4OG RALU_Grundrisse4OG
RALU_Grundrisse6OG RALU_Grundrisse6OG
RALU_Grundrisse_Attika RALU_Grundrisse_Attika
RALU_Grundrissmodell RALU_Grundrissmodell
RALU-Bemusterungen RALU-Bemusterungen
DCIM100MEDIADJI_0555.JPG DCIM100MEDIADJI_0555.JPG
RALU-16 RALU-16
RALU-06 RALU-06
Studienauftrag Neu-Einbau Hauptsitz Raiffeisenbank Luzern

Das Wey-Quartier ist geprägt von einer heterogenen Baustruktur. Die klassischen Blockrandbebauungen sind Konglomerate von Gebäudeteilen aus unterschiedlichen Bauepochen. Das Wohn- und Geschäftshaus an der Löwenstrasse 7 stammt aus dem Jahr 1958 und bildet den östlichen Abschluss eines solchen Konglomerats. Mit seiner heute modernistischen Erscheinung erscheint das Gebäude als Fremdkörper und zugleich wichtiger Zeitzeuge im Strassenbild der Löwenstrasse.

Dem Projektvorschlag liegt das Umbau-Konzept des «massvollen, situativen Eingriffes» zugrunde. Das übergeordnete Ziel ist ein ressourcenschonender Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz, welcher mit gezielten Eingriffen eine zukunftsfähige Nutzung ermöglicht. So erfolgt bei der gleichbleibenden Wohnnutzung eine zurückhaltenderer Eingriff, bei der Transformation von Gewerbe- zu Bankspezifischen-Räumen ein intensiverer Eingriff. Die gesamte Tragstruktur bleibt erhalten und wird nur punktuell, wo notwendig erneuert. Die Gebäudehülle wird durch die Addition wartungsarmer, langlebiger Materialien energetisch saniert und in einen weiteren Lebenszyklus überführt.

Auf dreieinhalb Geschosse und in einem Teil des Untergeschosses ist der neue Hauptsitz der Raiffeisenbank situiert. Ab dem 3. Obergeschoss sind 13 Wohnungen auf vier Geschossen angeordnet, die mit minimalen strukturellen Eingriffen den heutigen Wohnbedürfnissen angepasst werden und dadurch an Wohnqualität gewinnen. Da die Bewohner keine privaten Aussenräume besitzen, wird eine gemeinschaftliche Dachterrasse über dem Attikageschoss zur Verfügung gestellt. Das bestehende Bauvolumen des Attikageschosses wird auf Grund seines schlechten Zustandes durch einen Ersatzneubau ersetzt.

Die Materialität und Farbigkeit des Gebäudes orientiert sich an der städtebaulich repräsentativen, Baugruppe entlang der Löwenstrasse. Der Strassenzug ist von den klassisch gegliederten Sandsteinfassaden der historischen Gebäude geprägt. Diese Wertigkeit und Beständigkeit sowie die Haptik und Formbarkeit des Sandsteins wird mit dem Einsatz von Betonelementen neu interpretiert und weitergeführt. Ein grünlichgrauer steinerner Baukörper mit wiederkehrenden Metallelementen in Baubronze für Fensterrahmen, Erdgeschosssockel und Attikaaufbau reiht sich als harmonische Gesamtkomposition in den umliegenden Kontext ein.

Das Wohn- und Geschäftshaus hat durch seinen modernistischen Ausdruck eine Eigenständigkeit, die in einem Kontrast zu den umliegenden historischen Bauten steht und dadurch eine eigenwillige Identität schafft. Die schlichte Lochfassade, geprägt von einem strengen Raster, wird bewusst beibehalten. Mit der reliefartigen Überformung der Fassade erfolgt eine Neuinterpretation der bossierten, historistischen Nachbarsfassaden und tritt trotz ehrlichem Beibehalten seiner modernistischen Züge in den Dialog mit diesen.

«WEYtblick»
Studienauftrag Neu-Einbau Hauptsitz Raiffeisenbank, Luzern
2023, 1. Rang

Auftraggeber: Raiffeisenbank Luzern
Bauphysik: MEP Akustik & Bauphysik, Luzern
Bauingenieur: Gruner, Luzern
Fassadenplanung: ediplan, Büron
Visualisierung: PYXEL, Luzern